Heilbronn,

Grußwort der Vorstände

Sehr geehrte Damen und Herren

Wenn ein Haus oder eine Einrichtung wie das Seniorenzentrum St. Elisabeth Heilbronn 50jähriges Jubiläum feiert, wem kann man denn da Glückwünsche aussprechen?

Denen, die am Spatenstich am 18. August 1966 mitgewirkt haben? Zum Beispiel Herrn Caritasdirektor Prälat Alfons Baumgärtner oder der Architektengemeinschaft Robert Fuchs und Hans Georg Reuter aus Stuttgart? Das wäre möglich aber nicht mehr passend, denn das damalige Haus ist einem Neubau gewichen, der seit 2002 nach nur 20 Monaten Bauzeit moderne und zeitgemäße Pflege ermöglicht.

Dem Haus selbst kann man wohl schwer gratulieren. Einerseits, weil man zwar einem Gebäude dankbar sein kann, dass es standhaft und solide durch die Jahre seinen Dient getan hat, aber in unserem Fall hier wird klar, das aktuelle Haus blickt auf eine kürzere Geschichte zurück.

Den aktuellen Bewohnerinnen und Bewohnern könnte man Glückwünsche überbringen, aber nicht für 50 Jahre, denn es ist anzunehmen, dass die meisten zwar deutlich älter sind aber wohl keiner von ihnen seit der Eröffnung im Jahr 1969 hier im St. Elisabeth wohnt.

Auch den aktuellen Mitarbeitenden könnte man Glückwünsche aussprechen und ihnen für ihren großartigen Dienst danken. Das wäre auf keinen Fall verkehrt, aber es ist schwer vorstellbar, dass unter ihnen noch jemand aus der Anfangszeit und somit seit 50 Jahren seinen Dienst hier tut.

Das Leitungsteam hat in den vergangenen 50 Jahren mehrfach gewechselt, von den kroatischen Ordensschwestern Sr. Salecisja Anic im Jahr 1969 und Sr. Radoslava Poljak (von 1970 bis 1975) bis zur heutigen Leiterin Frau Helga Rösen, die seit dem Jahr 2000 dieses Haus mit viel Herz und Sachverstand leitet. Allen einen herzlichen Dank auszusprechen ist sicherlich mehr als angemessen.

Man könnte die Caritas und die Keppler-Stiftung beglückwünschen, dass sie dieses Haus über die Jahrzehnte als Träger begleitet, weiterentwickelt und getragen haben.  Doch auch hier haben die handelnden Personen und Institutionen gewechselt, die den Weg und die Ausrichtung dieses Hauses geprägt haben und mit dem Eigenlob ist es ja bekanntlich so eine Sache.

Es wird schnell klar:  in der 50jährigen Geschichte eines Seniorenzentrums ist der Wandel das beständigste. Doch das nur bei oberflächlicher Betrachtung. Denn einige Themen haben Bestand:

Seit der Eröffnung des Hauses steht das Thema „Erhalt der Lebensqualität“ im Mittelpunkt der Arbeit. Sicherlich, Lebensqualität im Alter wurde und wird im jeweiligen Zeitkontext immer neu definiert und interpretiert. Heute steht dabei der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen im Zentrum. Die Pflege und Betreuung richtet sich nach diesen Bedürfnissen aus. 

Das diakonisches Handeln, der Dienst am Nächsten ist ein zweiter Grundsatz, der sich durch die Geschichte des Hauses zieht. Zumal in der Anfangszeit, in der die kroatischen Ordensschwestern den franziskanischen Gedanken im Haus lebten und lebendig hielten. Heute ist dieser Gedanke bewusst formuliert oder selbstverständlich mitgetragen von einer Vielfalt von Menschen unterschiedlichster Religion und Konfession. Sie praktizieren Nächstenliebe im ursprünglichen Sinn in der professionellen und zugleich liebevollen Betreuung alter Menschen.

Wir erkennen das Prinzip der Vernetzung und des Wirkens ins Gemeinwesen. Ein Seniorenzentrum darf nicht isoliert von der Stadtgesellschaft sein sondern ist ein aktiver, gestaltender Teil davon. Mit offenen Angeboten, mit Begegnung der Generationen und dem Ziel, ein Kristallisationspunkt für die sorgende Gemeinschaft zu sein. Das Seniorenzentrum St. Elisabeth und die vielen hier ehrenamtlich Engagierten bereichern die Stadtgesellschaft von Heilbronn.

So spreche ich allen, die in diesen 50 Jahren im Haus St. Elisabeth gelebt und gewirkt haben und allen, die hier leben und wirken herzliche Glückwünsche und einen aufrichtigen Dank aus. Alle trugen und tragen den Geist der heiligen Elisabeth von Thüringen durch die Zeit, „Seht, ich habe es immer gesagt, man muss die Menschen froh machen.“ 

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